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Ein Erlebnis der besonderen Art, möchte ich den Besuchern unserer Webseite nicht vorenthalten.
Wer kann von sich behaupten, schon einmal selbst einen 70 Tonnen schweren Airbus A320 geflogen zu sein? Wohl die wenigsten. In vielen Filmen sieht man immer wieder, wie Stewardessen oder sonstige 'Piloten' im Notfall so eine Passagiermaschine mit Hilfe der Flugleitzentrale scheinbar problemlos fliegen und auch sicher landen können. Ich kann nun mitreden und behaupten, dass man definitiv nicht eben mal, trotz aller Technik, so einen Flieger bedient.
Jetzt hatte ich selbst die Gelegenheit, so einen Riesen zu starten, zu fliegen und natürlich zu landen.

Technische Daten
Länge
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37,57 m
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Max. Startmasse
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77.000 kg
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| Höhe |
11,75 m |
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Max. Startschub
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2x 118 kN |
| Spannweite |
34,10 m |
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Max. Reichweite |
5.700 km |
| Rumpfdurchmesser |
3,96 m |
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Max. Landemasse
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64.500 kg |
Am Samstag, den 04.07.2009 begab ich mich in das Flight-Training-Center der Lufthansa in Frankfurt am Flughafen.

Dort stehen 8 große Flugsimulatoren, in denen Piloten von allen möglichen Luftlinien geschult, trainiert und geprüft werden. Es gibt dort je einen Simulator pro aktueller Verkehrsmaschine bis hin zum neuen A380. Ein solcher Simulator kostet 15.000.000 Euro! Für das Training der Berufspiloten können 1086 verschiedene Fehler eingespielt werden. Nach 90 Minuten Briefing über Avionic, Aerodynamik, Steuerung und Instrumentenkunde gingen wir dann ins Simulatorgebäude.

Der Flug dauerte eine Stunde. Es war eine Stunde, in der manche Sekunde ewig dauerte, Gestartet wurde in Frankfurt Startbahn 07. Der Ausblick aus der Pilotenkanzel von so einem Flugzeug ist schon beeindruckend. Man sieht alles aus den Fenstern in Echtzeit und fotorealistisch. Die Fenster sind nicht mit Monitoren bestückt, sondern es erstreckt sich davor eine 180°-Leinwand mit einigem Abstand. Wer schon in einem Imax-Kino war, kann es sich in etwa vorstellen. Der Pilot (ich) checkt die Instrumente. Ein Blick zum Co-Pilot und dann kann es los gehen.

Füße auf die Steuer-/Bremspedale, linke Hand an den Steuerstick (ja, diese Riesen werden nur mit einem Joystick wie am heimischen PC geflogen!), rechte Hand an die Schubhebel der beiden Triebwerke.
Ich schiebe die Turbinen auf 100% Leistung und lasse die Bremsen los. Dann setzt sich dieser Koloss mit Power satt in Bewegung. Mit den Pedalen wird der A320 gelenkt. Immer nur ganz feine Korrekturen, damit das Flugzeug nicht seitlich ausbricht. Copilot: "80" (Knoten), ich schaue auf meine Geschwindigkeitsanzeige und sage: "CHECK". Copilot: "120". Ich: "GO". Kommt dieses GO von mir nicht, muss der Co-Pilot den Startvorgang abbrechen, da es die letzte Möglichkeit dazu ist. Copilot: "140", ich: "ROTATE!".
Jetzt ziehe ich ganz sanft am Stick und die 70 Tonnen steigen kraftvoll in den Himmel. Wir haben einen Steigunswinkel von 25°. Nach dem Abheben gebe ich die Commandos: "Gear" (Fahrwerk rein), "Flaps" (Klappen rein). Ich fliege die Maschine auf 6000 Fuß Höhe und stelle sie dann gerade. Den Schub nehme ich auf ca 60% zurück, um nicht weiter zu beschleunigen. Dann wird die A320 in einem Anstellwinkel von 5° gehalten. Fluggeschwindigkeit 260 Knoten = 482 km.

Nun darf ich mich nach Herzenslust austoben. Ich fliege enge Kurven über Frankfurt und weitere Umgebung. Man kann damit max. 45°-Kurven fliegen, bevor der Bordcomputer etwas zu meckern hat. Der 70-Tonnen-Klotz benötigt bis zu sechs Sekunden, um Steuerbefehlen nachzukommen. Tatsächlich macht der Flieger alles, was ich will und das nur mit dem Steuerstick. Alles andere regelt die Elektronik der A320 selbständig. Wohlbemerkt war das alles manuell geflogen, also ohne Autopilot!. Wenn ich da an den Modellflug denke, könnte man 3/4 des Inhaltes unserer Sender ausbauen. 
Ohne Instrumente ist man über den Wolken rech hilflos. Man sieht zwar alles draußen, hat aber fast kein Gefühl, ob man steigt, sinkt, oder die Maschine schräg liegt und dabei eine Kurve fliegt.
Der Instructor spielte verschiedene Beleuchtungen und Wetterkapriolen ein. Nacht, Tag, Nebel, Regen, Schnee und Turbulenzen setzten uns ganz schön zu. Ich kann mir vorstellen, dass bei dem Flug so mancher Passagier seine Kotztüte gefüllt hätte.
Nachdem mein Tatendrang erfüllt war, durfe ich meinen ersten Flughafen aussuchen. Ich wählte Barcelona. Der Instruktor verdunkelte den Bildschirm und speißte den Simulator mit den entsprechenden Daten. Dann wurden die Klappen und das Fahrwerk ausgefahren. Nun sah ich ganz weit unten eine winzige Landebahn - Puh! Wie soll man diese winzige Landebahn blos treffen, fragte ich mich. Der Simulator hielt das Flugzeug eingefroren, bis ich mein OK (Clear for landing) zur Landung gab.
Dann ging es abwärts. Immer das Landekreuz und die rot/weise Anflugwinkel-Befeuerung der Landebahn im Auge. Das war sowas von spannend. Vor allem, wenn man das zum ersten mal macht, kommt man sich vor, wie wenn man steil abstürzt. Aber wer schon mal auf einem Flughafen die 'Großen' beim Landeanflug gesehen hat, weiß, dass die relativ flach einfliegen.

Die Landung ist wohl das schwierigste Manöver des Fluges. Unabhängig, dass ich das erste mal einen Landeanflug machte, sitzt man ja ca. 7 m über dem Boden, wenn man gelandet ist. Wie gewöhnungsbedüftig sowas ist, kann man sich sicher vorstellen. Der Instruktor gab mir Anweisungen, wie das Flugzeug zu halten wäre. Naja, runter kommen sie ja alle! Fragt sich nur: Wie?. Es handelte sich auch beim Landeanflug um eine rein manuelle Steuerung, die einem Unerfahrenen, wie mir doch erhebliche Schwierigkeiten bereitet.
Eine Bruchlandung war es zwar nicht, aber nach dem heftigen Rums, den die A320 machte, ging ich davon aus, dass die Maschine erst einmal mindestens in Inspektion gemusst hätte, wenn es eine Echte A320 gewesen wäre. Der Airbus setzte also mit einem kräftigen Ruck mit dem Hauptfahrwerk auf. Danach nahm ich den Schub kpl. raus und erzeugte mit den Düsen einen Bremsschub. Dann ließ ich mit einem weiteren Schlag das Bugfahrwerk aufsetzen. Dann begann ich mit den Pedalen zu bremsen und versuchte, die Maschine gerade ausrollen zu lassen. Dabei brauchte ich die gesamte Breite der Landebahn. 
Alles in allem hat es dann aber geklappt und ich durfte die A320 über den Runway vom Flugfeld rollen. Die zweite Landung machte ich dann in Rom. Diesmal ging es schon um einiges besser.

Das war ein tolles Erlebnis, das ich nicht mehr vergessen werde. So ein Flug in einem Full Flight Simulator kann ich jedem Interessierten nur empfehlen.
Michael P.
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